Von Schnittstellen:die „Digitale Agora“

Von Schnittstellen:
die „Digitale Agora“

Die „Agora“ war im antiken, griechischen Stadtstaat „Polis“ der zentrale Fest-, Versammlungs- und Marktplatz, damit Zentrum des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens und Grundlage der Ausbildung einer gemeinsamen, kulturellen Identität. Die Agora war als Marktplatz und Ort von Volks- und Gerichtsversammlungen Fläche für Debatten, für den Austausch von Informationen, den Handel und von gesellschaftlichem Diskurs.

Ähnlich wie ihr antikes Gegenstück, ist auch die Agora des 21. Jahrhunderts von außerordentlicher Relevanz für alle Bereiche der gesellschaftlichen Debattenkultur. Mit einem wesentlichen Unterscheid: im Gegensatz zum physisch begehbaren, angelegten Marktplatz, hat sich die Fläche der Agora deutlich vergrößert und ist nur noch digital zugänglich.

Die „Digitale Agora“ erstreckt sich über die unendlichen Weiten des World Wide Web und bietet nicht nur die Möglichkeit, mit seinen engsten Freunden und Nachbarn zu interagieren und zu kommunizieren, sondern sich auch international mit anderen Menschen auszutauschen und zu verbinden.

Die Sozialen Netzwerke sind das Fundament, auf dem sich der digitale Marktplatz erstreckt. Gerade für Unternehmen bieten Sie eine neue Form von Interaktionsmöglichkeiten mit den Menschen, die ihre Kunden sind oder die es einmal werden könnten. Es werden keine weiteren Zwischeninstanzen, wie Journalisten oder Pressesprecher mehr benötigt, um Botschaften zu vermitteln und Kontakte zu knüpfen. Unternehmen haben endlich die Chance, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, nach ihren Sorgen und Bedürfnissen zu fragen und diese schnellstmöglich zu erfassen und das in die unternehmensinternen Prozesse einzubinden. Kommunizieren auf der „Digitalen Agora“ ist viel mehr als „B2C“ (Business to Customer), sondern H2H (Human to Human) im allerbesten Sinne.

Transparenz ist wohl der Faktor, der in diesem Zusammenhang für Kunden wichtiger ist als je zuvor. In einer Welt in der der man täglich im Mittel mit mehr als 3.500 Markeneinflüssen konfrontiert wird, spielen vor allem Sympathie und Vertrauen eine wichtige Rolle und wirken sich letztlich auf die Kaufentscheidung aus.

Umso wichtiger ist es also, dass Industrie 4.0 und Marketing 4.0 endlich Augenhöhe finden und das bedeutet, offen und paritätisch mit Kunden zu kommunizieren, Kontakte zu pflegen, sowie Kritik einzuholen, ernst zu nehmen und daraus zu lernen.

Die Mittel hierfür sind längst vorhanden, die „Digitale Agora“ bietet ausreichend Platz und ist gut besucht. Die Menschen sind daran interessiert, endlich hinter die Fassaden zu blicken, um mehr zu erfahren. Es besteht kein Grund, eigentlich sogar keine Berechtigung, sich weiterhin hinter einem Schleier aus Marketingphrasen zu verstecken.

„Digitale Agora“ sind wir alle!

©Text: schulzundtebbe 2019
Bild: Die Schule von Athen, Fresko von Raffael (1483- 1520)

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