"Ignoranz versucht, andere zum Nichts zu machen"

"Ignoranz versucht, andere zum Nichts zu machen"

Von ignoranz

Manche Menschen hören und sehen nicht so gut oder tun sich einfach etwas schwerer mit dem Lesen und Verstehen. Sie leiden schnell unter Reizüberflutung oder scheitern am Multitasking. Die Verarbeitung komplexer Informationen ist ihre Sache nicht. Menschen sind halt unterschiedlich und bis hierhin ist das alles auch nicht weiter schlimm.

Problematisch wird es allerdings, wenn diese Menschen mit ihrem „eingeschränkten“, oder besser „beschränkten“ Bewusstsein um ihren Unwillen oder ihre Unfähigkeit, sachwichtige Zusammenhänge zu erfassen kokettieren und sich absichtlich entwertend verhalten aus dem Bedürfnis, die Vitalität des Gegenübers zu schmälern. Aus schlichtem Perspektivmangel, aus Neid, aus Angst vor Profilverlust, aus plumper Hybris oder primitiver Stutenbissigkeit, ganz egal.

Solche Menschen bezeichnet man als Ignoranten, die Dinge nicht zur Kenntnis nehmen können oder schlimmer, nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

Ein Ignorant bemüht sich nicht um Wissen, Erkenntnis und Wahrnehmung. Er wendet sich vielmehr ab, um absichtlich unwissend zu verbleiben und möchte das dann oft noch mit stereotypen Hohlformeln zum Standard erheben. Er richtet sich so behaglich wie selbstgefällig ein in seinem Mangel und scheut sich auch nicht, Entscheidungen daraus zu treffen, deren Tragweite er kaum greifen kann. Begünstigt noch durch den sogenannten Dunning-Kruger-Effekt, der die systematische fehlerhafte Neigung relativ inkompetenter Menschen beschreibt, das eigene Know How zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen. Angereichert durch einen Cocktail aus weiteren kognitiven Verzerrungen.

Häufig begegnen einem solche Persönlichkeiten an nicht unmaßgeblichen Schnittstellen von Unternehmen. Sie sind die Filter, die wichtigen Informationsfluss behindern und damit wesentliche Entwicklungen in ihren Unternehmen nachhaltig verhindern. Weil wesentliche Impulse nicht mehr in wichtige Innovationsprozesse und Entscheidungsfindungen einfließen.

Der Ignorant möchte, dass die Dinge bleiben wie sie schon immer waren. Disruptive Veränderungen sind ihm ein Gräuel. Er wird sie zu verhindern wissen. Mit allen Mitteln. Es liegt in seiner stoischen Natur, sie auszusitzen. Bis es nichts mehr gibt, wo es sich zu sitzen lohnt.

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