von Fairness.

von Fairness.

Die Fairness findet ihre Wurzeln im englischen Adjektiv „fair“, das für „anständig“ steht. Sie ist die großartige Idee von einer einvernehmlich akzeptierten Gerechtigkeit ohne gesetzliche Regelung. Ein Konsens in Anständigkeit, sozusagen.

Die Einvernehmlichkeit steht für ein Miteinander auf Augenhöhe, das eine Gesellschaft kultiviert und lebenswert macht. Der Rahmen der Fairness lässt sich sicher mal weiter und mal enger fassen und man mag auf viele Positionen eine eigene Perspektive pflegen. Unbestritten ist aber wohl, dass beispielsweise die hehre wie schützenswerte Form von demokratischen Prozessen durch unlautere Tiefschläge, durch unnötige Diffamierungen und überflüssige Diskreditierungen an Anspruch wie Qualität und Würde verliert.
Und um das zu finden muss man leider nicht weiter reisen, als das Auge durch die Lokalpresse streift. Heute morgen finde ich in der hiesigen Ausgabe der Mainzer Rhein-Main-Presse, in einer Art Lokalteil des Lokalteils, einen leicht lesbaren wie einfachverständlichen Beitrag zum Auftritt der Bad Kreuznacher Parteienlandschaft anlässlich der kurz bevorstehenden Kommunalwahlen. Der Redakteur weiß offensichtlich, für wen er schreibt und wie er sein Publikum greifen muss. Und er macht auch keinen Hehl daraus, welcher Partei er seine Antipathien ausdrücken möchte. Als Vehikel nutzt er einen gefühlig selbstgefälligen wie unsachlichen Vergleich der aktuellen Plakatierung nebst deren dokumentierte Montage durch "unterbelichtete, düstere Gestalten".

Ja klar, Geschmack ist subjektiv. Der schwäbische Aphoristiker Werner Mitsch prägte die großartige Formel: „über Geschmack kann man streiten - oder auch nicht. Ganz nach Geschmack.“ Nicht subjektiv sein sollte jedoch die Vorstellung, was so kurz vor einer demokratischen Wahl als fair bezeichnet werden kann und was nicht, denn es gibt hinreichend abstoßende Beispiele auch aus der „großen Politik“. Dass mit den Streitern aus den Parteien mal die Pferde durchgehen ist leicht verständlich und nur zu menschlich. Einem erfahrenen Redakteur einer überparteilichen, halbwegs neutralen Presse sollte ein solcher Lapsus allerdings nicht unterlaufen.

PS: unsere Agentur arbeitet mit den hiesigen Sozialdemokraten in Sachen Design und Öffentlichkeitsarbeit zusammen. Diese Anmerkung wollte ich nicht auslassen, um alle Missverständnisse zu vermeiden.

zum Originalartikel geht es hier: 
https://www.facebook.com/schulzundtebbe/posts/10156164981142724:0

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