Ein kleines Dorf leistet erbitterten Widerstand.

Ein kleines Dorf leistet erbitterten Widerstand.

Wir befinden uns im Jahre 2026 n.Chr. Ganz Deutschland ist von einer freidrehenden Abstinenzbewegung besetzt ... Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Vinophilen bevölkerter Flickenteppich von 13 Anbaugebieten hört nicht auf, den puritanischen Aufdringlingen lässigen Widerstand zu leisten.

Es ist immer dasselbe. Nicht immer einfach. Aber was ist schon leicht? Deutschland gilt zwar als Weinland, ist das aber statistisch betrachtet wohl kaum. Gerade einmal 0,6 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche sind mit Wein bestellt. In Frankreich sind es 1,5%, in Italien immerhin 2,6% und in Spanien sogar 3,8%.

Um es etwas anschaulicher zu visualisieren, bedeutet das: die gesamte deutsche Weinanbaufläche zusammen ist im Vergleich zu Deutschland etwa so groß wie die Vulkaneifel mit angrenzenden Gebieten, nur eben nicht ganz so konzentriert. Eher ein Flickenteppich. Aber ähnlich zentral.

Oder: ziemlich genauso groß wie ganz Berlin im Verhältnis zur gesamtdeutschen Fläche. Das klingt hipper. Das dringt besser durch. Die Provinz braucht offenbar regelmäßig die Kapitale als Maßstab, um sich besser zu spüren.

Man darf sich die Weinanbaugebiete gerne tatsächlich ein bisschen vorstellen wie das berühmte Dorf, das erbitterten Widerstand leistet. Nur ist der Zaubertrank eben aus Trauben gekeltert und nicht aus Misteln destilliert. Auch die Abgabe erfolgt in zunehmend homöopathischen Dosen. Der Appetit auf Wildschwein bleibt unbenommen. Allerdings ist im Gegensatz zur histrinischen Aufmerksamkeit der Römer in unseren Tagen nur ein äußerst mäßiges Nischeninteresse spürbar. Interessanterweise haben sich unsere Dörfer trotzdem wehrhaft eingemauert. In Sachen Kommunikation und Zugänglichkeit.

Man versteckt sich, obwohl gar keiner hinschaut. Dazu hat man die Rituale um das eigene Produkt endlich soweit überzogen elitarisiert, dass alle künftigen Generationen den Verzehr genießen können, wie eine anästhesiefreie Wurzelbehandlung. Tolle Idee. Nicht. Jeder Genuss erinnert an ein Prüfungsgespräch, das Protokoll ist inzwischen so anspruchsvoll konstruiert, dass der dringend benötigte Nachwuchs lieber an der Tanke zum Energy Drink greift. Die Branchenzahlen sprechen Bände Und trotzdem verhält man sich, als wäre man systemrelevant. Ein Biotop mit erstaunlich viel Selbstbewusstsein.

Das beste aber ist, dass die gebietsspezifischen Marketing- und PR-Engagements sich unbekümmert weiterfeiern, als hielte man in den vergangenen zehn Jahren die Augen und Ohren fest verschlossen wie Kinder, die beim Versteckspiel langsam runterzählen, um sich danach in einer erfahrbar veränderten Realität wiederzufinden. Dazu kommuniziert man auch noch widerspruchslos die medialen Kampagnen einer global agierenden Abstinenzbewegung, deren Lobbyisten binnen zehn Jahren sogar die WHO zum Lautsprecher umbiegen konnten.

Zum Glück gibt es ein paar Handvoll Einzelkämpfer und Initiativen, die sich nicht im Geringsten darum scheren und mit frischen, disruptiven Ideen und Konzepten eigene Wege und Erfolge suchen und finden.

Für einige und mit einigen dieser Leute arbeite ich heute und darf meine Ideen mit einbringen, um unser Thema und unsere Anliegen wieder nach vorne zu bringen.

Wer mehr erfahren möchte, schreibt mir eine Nachricht:
info (at) schulzundtebbe.de

Weiter
Weiter

Showtime - frische Leute, frische Ideen.